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Hühnersuppe - Sonntagssuppe

26.02.2013

Diese Suppe gibt es bei uns oft am Sonntag Abend - daher auch der Name.

Der Grund dafür ist, dass wir häufig am Sonntag Huhn essen (z.B. Pollo alla cacciatora - Huhn mit Kapern und Oliven) und aus den Knochen dann Suppe kochen.

Das kann man nämlich: Aus den Knochen eines Hühnergerichtes Suppe kochen.
Wusste ich auch lange nicht.
Funktioniert aber supergut, ist eine echte Wertschöpfung des netten Tieres, dass wir da essen, und daher auch günstig.

Natürlich kann man die Gewürzresten vorher unter fließendem Wasser von den Knochen waschen, aber wir tun das nicht, weil wir die Zusatz-Würze gut finden.

Oft kochen wir die Suppe aber auch aus dem Hühnerrücken (entweder frisch oder tiefgekühlt), der häufig übrig bleibt, wenn T ein ganzes Huhn zerlegt.

Und manchmal schmeißen wir alles an Hühnerknochen und -rücken zusammen, was wir so finden.

Diese Suppe schmeckt sehr gut und dass S sie nicht mag, liegt nicht an ihr, sondern an ihm und seinem allgemeinen Misstrauen gegen Suppen (Ist das wirklich eine Hauptmahlzeit?).

Zutaten

  • 1 Hühnerrücken (TK oder frisch) und/oder Knochen des Sonntagshuhns
  • 1 Pkg. Suppengemüse (Karotte, Lauch, Petersilwurzel, gelbe Rübe, Sellerie, Petersil)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe (oder mehr)
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • Pfeffer (ganz oder gemahlen)
  • Suppeneinlage nach Wahl (Suppennudeln, Griesnockerl, Fritatten, ...)

reicht für:

4 Personen

Zubereitung

Hühnerknochen und/oder Rücken in reichlich kaltem Wasser ansetzen und auf ganz kleiner Flamme zum Köcheln bringen;

Wichtig ist hier wirklich, kaltes Wasser zu nehmen, nicht zu salzen und dem ganzen sehr viel Zeit zu lassen, nur so wird die Suppe wirklich geschmackvoll;

Wegen dem Salzen von Suppen (hier auch unter Tipps und Tricks und Allgemeines: Salzen):

T hat dazu lange recherchiert und ist schließlich im Kochbuch 'Rätsel der Kochkunst' von Hervé This-Benckhard auf eine Antwort gestoßen, die ihm logisch, nachvollziehbar und nach einigen Versuchen auch richtig erscheint (Seite 89 und danke I für das Weihnachtsgeschenk vor einigen Jahren!):

Suppen werden erst am Schluss gesalzen, damit der Geschmack aus den Knochen bzw. dem Fleisch in die Flüssigkeit übergeht.

Bei allen gekochten Speisen, bei denen der Geschmack im Fleisch/Fisch bzw. im Gemüse bleiben soll, wird am Anfang gesalzen.

Und beim Rest, wo sowohl Flüssigkeit als auch Einlage geschmackvoll sein sollen (z.B. Gulasch), wird - wenig verwunderlich - in der Mitte der Kochzeit gesalzen.

Die Stelle aus 'Rätsel der Kochkunst', an der das erklärt wird, hing lange Zeit gerahmt auf unserem Klo:
So prägt man sich Dinge ein!

Wenn sich Schaum bildet (und das tut es immer), mit einem Schaumlöffel abschöpfen. Wenn man keinen hat, kann man es auch mit einem Esslöffel machen, Schaumlöffel geht halt schneller;

Nun alles Suppengemüse bis auf die Blätter des Petersils (d.h. Stengel schon) waschen/putzen und in große Stücke schneiden;

Die Zwiebel nur von den trockenen Außenhäuten befreien und - wenn möglich - die braunen, aber nicht trockenen Häute drauflassen: Das bringt eine schöne Suppenfarbe!

Die Zwiebel entweder ganz oder halbiert gemeinsam mit dem Suppengemüse, dem (geknickten) Lorbeerblatt, Knoblauch und eventuell 3-5 ganzen Pfefferkörnern in den Topf dazugeben und weiter bei ganz kleiner Flamme ziehen lassen;
Falls wer - so wie ich - den Gedanken an einen weiteren unerwünschten Biss auf ein ganzes Pfefferkorn nicht erträgt, kann die auch weglassen und pfeffert die Suppe am Ende mit der Mühle;

Nun braucht man Geduld, und zwar viel.

Hühnersuppe wird am besten, wenn man sie ganz langsam vor sich hin ziehen lässt.

Am Holzofherd in Burgenland steht der (große) Topf mit Hühnersuppe immer ganz hinten in der "kalten" Ecke und bleibt den ganzen Vormittag unbeachtet, bis die Suppe dann serviert werden soll.
Dann wird gesalzen und mit den Nudeln aufgekocht, das war's.

Wir machen es ähnlich und setzen die Suppe nach dem Mittagessen auf, lassen sie auf der kleinsten Flamme köcheln und drehen sie irgendwann ab.

Wenn wir sie dann essen wollen, holen wir entweder einfach die Knochen raus, oder, falls ein Rücken drinnen war, nehmen wir den raus und lösen das Fleisch ab und geben es zurück in die Suppe.

Dann wird das Gemüse kleingeschnitten, die Suppe mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und die Petersilie-Blätter gehackt.

T findet, dass es besser schmeckt, wenn man die Suppennudeln separat kocht. Mir ist es den extra-Aufwand (1 Topf mehr) nicht wert.

Am besten finde ich sie aber sowieso mit Ts Griesnockerl und ich hoffe, er macht sie bald wieder und dann verlinke ich sie hierher hier ist das Rezept!

Guten Appetit!

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