Wochentags - feiertags

Himbeer-Orangen-Gugelhupf

31.03.2013

Ich hab einen Haufen Sonntagsessen-Fotos in meinem Ordner, aber ich habe diesen Kuchen vorgezogen.

Das hat zwei Gründe:

Erstens braucht man dafür eine Orange (nur die Schale), und die gibt es nicht mehr lange.

Und zweitens habe ich das Rezept verbessern können, das meine Ausgangsbasis war.

Und das passiert nicht oft!

Das Rezept fiel mir auf, weil wir sowohl noch eine (ältliche) Bio-Orange in der Obstschüssel hatten, die offensichtlich niemand essen wollte, als auch zwei Packungen Himbeeren im Tiefkühler, die meine Mama uns vor kurzem zukommen hat lassen (danke!).

Da lag es auf der Hand, den Kuchen zu probieren!

Vorneweg:
Er ist sehr gut, ich finde aber, dass er fast noch besser riecht als schmeckt.

Im Original-Rezept machen sie Mini-Gugelhupfe daraus, was wohl vor allem dazu dient, die dazu passenden Silikonformen besser verkaufen zu können.

Ich habe meine kleine Gugelhupf-Form genommen, die hat wunderbar funktioniert.
Wenn man nur eine große hat, dann hat man eben einen eher flachen Gugelhupf, was auch niemanden stören sollte.

Wenn es doch stört: Einfach die Hälfte der Mengen aufschlagen (also einen 3-Eier-Teig machen) und dann passt das schon!

Und hier eine Prophezeiung:
Ich glaube ja (allerdings schon seit einem halben Jahr), dass der Gugelhupf eine Renaissance erleben wird.
Ich habe dafür keine Argumente außer meinem Bauchgefühl... Die Zeit wird zeigen, ob ich Recht habe...

Das Rezept stammt aus dem aktuellen frisch gekocht-Heft, Seite 57 und hier die Veränderungen:

Die Zutaten und Mengen blieben (fast) gleich, nur die Art der Vermengung habe ich angepasst.

Was ich weggelassen habe:

Bei diesen geschmackintensiven Zutaten habe ich auf den obligatorischen und meiner Meinung nach völlig überbewerteten Vanillezucker verzichtet.
Vanille sollte IMO entweder die Hauptrolle spielen - dann gleich richtig und Schote oder Pulver kaufen - oder sie verschwindet sowieso unter dem Rest.

Meine Himbeeren sind auf der kernigen Seite, deshalb habe ich mehr genommen und sie durch ein Sieb gestrichen (siehe auch hier). Das ist bei gekauften wahrscheinlich nicht notwendig, das sind andere Züchtungen als die robusten im Garten meiner Mama.

Im Originalrezept wird der Teig nur kurz verquirlt und dadurch wird der Kuchen - zumindest wenn man Vollkornmehl verwendet - eher dicht und fest. Das ist okay, aber wenn man es so macht, wie unten beschrieben, dann bekommt man einen sehr lockeren, saftigen und aromatischen Kuchen, was ich bevorzuge!

Und wie immer habe ich Butter durch Rapsöl ersetzt...

Zutaten

  • 80 g TK-Himbeeren (oder 100-120, wenn man sie entkernen muss)
  • 38 ml Öl
  • Margarine/Butter zum üppigen Einfetten der Form (bei Gugelhupf sehr wichtig)
  • Schale 1 Bio-Orange
  • 120 g Dinkelvollkornmehl
  • 50 g Feinkristallzucker
  • 1,75 Tl Backpulver
  • 2 Eier (bitte Bio)
  • ev. Staubzucker zum Bestreuen

reicht für:

1 kleine Gugelhupfform oder 1 Silikon-Mini-Gugelhupfform oder (Vermutung) 1 Blech Muffins

Zubereitung

1 kleine Gugelhupfform gut (!) einfetten und mit Mehl bestreuen (innen, offensichtlicherweise...).

Falls notwendig:

Mehl mahlen und aufgetaute Himbeeren entkernen (siehe hier).

Auf jeden Fall:

Zucker abwiegen, Öl abmessen;

Himbeeren zerdrücken (mit Gabel oder, wer gerne abwäscht, mit dem Stabmixer);

Orangenschale entweder direkt in die Himbeermasse abreiben (feine Reibe) oder zesten (war bei mir notwendig, weil die Orange schon zu weich zum Reiben war);

Mehl abwiegen und sehr gut mit Backpulver vermischen;

Backrohr auf 160 Grad Celsius Umluft (sonst 180 Grad Celsius) vorheizen.

Die zwei Eier schaumig rühren, dann den Zucker zugeben und weiterrühren, das Öl zugeben und weiterrühren.

Mehl/Backpulver gleichzeitig mit dem Himbeer-Organgenschalen-Matsch zufügen und noch kurz weiterrühren.

In die Form füllen und auf mittlerer Schiene backen.

Das dauert bei meiner Form 20 Minuten, bei den Silikon-Gugelhüpfchen laut Rezept ca. 12 Minuten und bei einer größeren Form (=flachere Teigschicht) wahrscheinlich auch keine vollen 20 Minuten.

Wie immer mit einem Holzstäbchen in den Teig stechen und sobald nichts mehr hängen bleibt, ist der Kuchen fertig.

Auskühlen lassen (unbedingt!) und dann erst aus der Form holen (was bei Gugelhupf nicht immer so einfach ist).

Eventuell mit Staubzucker bestreuen und genießen!

Viel Vergnügen!

P.S.: Der Teig wird von der Farbe sicher himbeeriger, wenn man weißes Mehl statt des Vollkornmehls nimmt!

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