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Selbstgekochte Chilisauce aus selbstgezogenen Chilis

20.08.2013

Vor zwei Jahren hat meine Mutter - warum eigentlich? - Chilis angepflanzt und auch geerntet: Sie waren gelb, rot, lila, grün und hatten ebenso unterschiedliche Formen wie Farben. Interessanterweise wusste sie dann nicht, was sie damit machen sollte und schenkte sie T. Welch Glücksgefühle!

Denn T liebt scharfes Essen und da mein Magen da nicht mitspielt, hat er eine hübsche Sammlung von nach dem Kochen hinzufügbaren Schärfemitteln (Pulver, Flocken, Saucen). Und diese hübschen Chilis weckten den Ehrgeiz in ihm, eine adequate Sauce dafür zu finden...

Sein Ziel war ein transparentes Zitronengelee mit Chilistücken. Nach einigen glücklosen Versuchen (wir haben immer noch die Beweisgläser in irgendeinem Kastl) hat das dann auch geklappt und seit damals ist Chilisauce-Kochen ein weiteres seiner Freizeitvergnügen.

Mit eigenen Chilis ist das natürlich nochmal so gut, also haben wir zwei verschiedene Samenpäckchen aus New York mitgebracht, von denen weniger als die Hälfte was geworden ist, und ein paar übrig gebliebene Pflänzchen von einem auf Chilis spezialisierten Nachbarschaftsgärtner-Kollegen abgestaubt (danke M!).

Zwei süd-ost-seitige Fensterbretter sind also voll mit Chilipflanzen und die Ernte ist demensprechend üppig (auch wenn Js Unbewusstes sich bemüht hat, das zu verhindern).

Also hat T wieder mal Sauce gekocht, wenn auch diesmal eine auf Tomatenbasis und nicht Zitronengelee. Leider kann ich nicht sagen, wie sie schmeckt, weil ich nicht lebensmüde bin. Sie riecht aber schmerzhaft und T findet sie gut.

Zutaten

  • 3 mittlere bis große Zwiebeln
  • ca. 4 El Olivenöl
  • 1 Dose ganze, geschälte Tomaten
  • 1/2 Tube Tomatenmark
  • 250 g (brauner) Zucker
  • 200 ml weißer Essig
  • Saft von 3 Limetten (oder ersatzweise von 2-3 Zitronen)
  • Chilis nach Lust und/oder Laune und/oder Ernte (hier: ca. 25 kleine rote)

reicht für:

ca. 5 Gläser (125 ml)

Zubereitung

Die Zwiebel schälen und in Stücke schneiden. Mit einem Stabmixer pürrieren und in einem Topf mit dickem Boden mit Olivenöl anbraten.

Und ja: Besser wäre es, die Zwiebel mit dem Messer klein zu schneiden und sie dann bis zur Unkenntlichkeit zu zerkochen. Aber das hier ist wochentags, nicht feiertags, und da verzichten wir auf "besser" und begnügen uns mit "gut" (und schnell). Aber wer Zeit und Lust hat: Habt Spaß damit!

Während der Zwiebelgatsch bratet, die Chilis auf einem Teller (nicht auf Holz - die Schärfe geht sehr schwer wieder raus) und eventuell mit einem Messer, das in den Geschirrspüler gehen kann (also nicht das spezielle Supermesser), in Ringe oder kleine Stücke schneiden. Je nach Wunsch die Kerne (= das schärfste) entfernen oder nicht (hier: oder nicht). Man kann dabei auch Gummihandschuhe anziehen und auf jeden Fall darf man sich niemals niemals an die Augen greifen, bevor man die Hände nicht sehr sehr gut gewaschen hat (ja: Erfahrung meinerseits).

Die Chilis, die zergatschten Tomaten plus Saft aus der Dose und das Tomatenmark zu den Zwiebeln in den Topf geben und umrühren. Den Zucker - brauner bringt noch ein kleines bisschen Geschmack mit - dazu, ebenso Essig und Limettensaft, eventuell auch ein wenig Wasser.

Nun alles köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Wie das feststellbar ist?
Gelierprobe: kleinen, kalten Teller nehmen, etwas Sauce darauf tropfen, schief halten. Rinnt die Sauce so, wie du dir das vorstellst? Dann ist sie fertig.

Die Gläser sollte man gut abwaschen und mit kochendem Wasser ausspülen (auch die Deckel).

Die Sauce noch heiß/warm einfüllen. Wir haben uns dazu aus einer 1,5l-Limonadenflasche einen Marmelade/Saucen-Trichter gebastelt. Gläser anfüllen, Rand bei Bedarf mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen, fest verschließen und abkühlen lassen. Nicht vergessen, die Saucen zu beschriften!

Haltbarkeit: Wir haben noch Sauce von vor zwei Jahren und sie ist immer noch sehr gut (sagt man mir). Offen hält sie im Kühlschrank auch ziemlich lange (eher Monate als Wochen oder Tage).

Viel Spaß!

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