Wochentags - feiertags

Mac and Cheese - unsere Variante mit karamellisierten Zwiebeln

25.08.2013

Als wir letztes Jahr in New York waren, hatten J und S eines Abends genug vom Herumlaufen und sind von Williamsburgh alleine zurück nach Queens gefahren. Also haben T und ich einen schönen Abend zu zweit gehabt und T hat in einem Küchen-Krims-Krams-Geschäft eine riesige Kuchenhaube aus Plexiglas (= transportabel!) für mich gefunden.

Aber davon will ich gar nicht erzählen, sondern von dem Lokal, in dem wir dann Essen waren.

Es hieß John's oder so ähnlich und das Konzept war genial: eine große Menge roter Gusseisentöpfe mit fertigen Beilagen, Schmorbraten, Grillhuhn und ähnliches als Hauptspeisen und ein Preissystem, bei dem man ein Hauptgericht mit einer/zwei/etc. Beilagen kombinieren konnte. Es war absolut köstlich und genau das, was wir nach einem (weiteren) Wandertag durch New York brauchten. Ein schöner Abend...

Allerdings: Manches, was da als Beilage lief, gilt bei uns als Hauptspeise. Zum Beispiel Mac'n Cheese, also Nudeln in Käse-Béchamelsauce.

Inspiriert von der damaligen Köstlichkeit, informiert von Jamie Olivers "Jamie's America" (der Mann hat eine Reservierung in meinem "schlechte Kochbuchtitel-Himmel"), Seite 60, und in weiser Voraussicht - Campingessen für die nächsten zwei Wochen - hat T sich auf meine Anregung am Tag unserer Abreise daran gemacht, Mac and Cheese zu kreieren, die ein bisschen mehr als nur Nudeln mit Käse-Béchamel sind, aber nicht so over the top wie diese.

Das Ergebnis? Definitiv eher ein Herbst/Winter/Noch-immer-nicht-Frühling-Essen, aber wirklich, wirklich gut!

Und (erstens): Menschen in den USA können sich sehr darüber streiten, wie "echte" Mac and Cheese gehen (allein die Debatte, ob extra-Käse oben drauf oder nicht...). Wir erheben daher keinerlei Anspruch darauf, dass diese hier irgendwie "echt" oder sonstwas sind (sind sie eh überhaupt nicht), hoffen aber, dass sie euch schmecken und eventuell zu eigenen Variationen anregen.

Und (zweitens): Für manche werden überbackene Nudeln nicht als Feiertagsessen gelten. Für andere ist diese Menge Kohlehydrate an jedem Tag indiskutabel. Für uns war es genau so richtig.

Und (drittens): Oliver macht das natürlich ein bisschen anders, als T (Tomaten, Lorbeerblatt)...

Zutaten

  • 250g kurze Nudeln mit Loch (hier: Penne, traditionell: Hörnchen)
  • 45 g Butter
  • 45 g Mehl (Dinkelvollkorn geht gut, hier: weißes Weizenmehl)
  • 600 ml Milch
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • Muskatnuss
  • Salz/Pfeffer
  • 3 Zwiebeln
  • 2-3 El Olivenöl
  • 1 El Zucker
  • 200 g Käse (hier: Gouda, Parmesan, Emmentaler)
  • 2 El Brösel
  • 1 Handvoll geriebenen Käse (hier: Gouda)

reicht für:

4 Personen (reichlich)

Zubereitung

Die Nudeln sehr bissfest kochen (= nicht ganz fertig) und abseien.

Die Zwiebeln in Halbringe schneiden und im Olivenöl langsam aber gründlich anbraten. Einen Esslöffel Zucker darüber streuen und noch ein bisschen karamelisieren lassen.

Den Käse grob reiben und - bis auf die extra Handvoll zum Drüberstreuen - miteinander mischen.

Eine Knoblauch-Béchamelsauce kochen und dafür einen eher großen Topf nehmen, damit später die Nudeln auch noch reinpassen. Die Knoblauchzehen schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter in einem Topf mit dickem Boden schmelzen, das Mehl darin "anschwitzen" (= anbraten, aber nicht anbraten lassen) und auch die Knoblauchscheiben hineinrühren. Mit der Milch schluckweise ablöschen und rühren, rühren, rühren, bis sich eine schöne, dickliche Konsistenz gebildet hat. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Die Nudeln in den Béchameltopf geben, umrühren. Den Käse dazugeben und umrühren. Das ist jetzt schon sehr schön, wird aber noch besser.

Die Hälfte der Nudel-Käse-Béchamel-Wunderbarkeit in einen Schmortopf oder eine Auflaufform geben. Die Zwiebeln darauf verteilen, dann kommt die andere Hälfte Nudeln darauf.

Jetzt kann man theoretisch einen Deckel draufgeben und das ganze vergessen, bis man bald essen will. Ich würde diese Zeit aber nicht zu sehr ausdehnen (morgens machen, abends essen?), und vielleicht weden die Nudeln dann doch sehr weich.

Oder man bestreut alles sofort mit den Bröseln und dem Rest-Käse und bäckt es im Rohr bei 200 Grad Umluft ungefähr 20 Minuten oder so lange, bis die Oberseite leicht gebräunt ist.

Mit einem großen grünen Salat genießen!

Guten Appetit!

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