Wochentags - feiertags

Maccaron-Torte

07.07.2013

Nüsse, Eischnee, Zucker, Schlagobers, Schokolade und einen Schluck Schoko- oder Haselnusslikör, mehr braucht diese Torte nicht. Ich hab schon versucht, Maraschino-Kirschen hinzuzufügen: Glaubt mir, ist einfach nicht notwendig.

Diese Torte ist eine mehlfreie Sünde ohne Gleichen. Die Fotos werden dem Genuss (und auch dem hier nicht genutzem optischen Potential) der Torte in keinster Weise gerecht - also davon nicht abhalten lassen!

Ich gebe zu, dass die Torte nicht unbedingt Sommer-freundlich ist, weil der Schlagobers bei Hitze natürlich zu rinnen anfängt. Aber das bedeutet nur, dass ihr euch auf einen nicht-heißen Sommertag freuen könnt, um dieses Rezept auszuprobieren.

Ursprünglich stammt es von Smitten Kitchen, ich habe es aber mengenmäßig gedrittelt, ins metrische Maß übersetzt und vereinfacht (vor allem: 1 viereckiger Maccaronboden statt 4 separaten runden).

Ansonsten sei noch erwähnt, dass die Torte ein wenig Zeit braucht, weil zweimal was abkühlen und zweimal was geschmiert werden muss.
Wer will, kann den Maccaron-Boden aber am Vortag backen. Auskühlen lassen, in Streifen schneiden und das verwendete Backpapier Zieharmonika- bzw. Hexentreppen-mäßig dazwischenfalten (siehe Foto). In einer dicht verschlossenen Plastikdose aufheben und am (über-)nächsten Tag die Torte zusammenbauen. Das funktioniert einwandfrei!

Mein Ergebnis sieht auf den Fotos zwar nicht so hübsch aus wie bei Smitten Kitchen, aber in der Realität war die Torte recht beeindruckend und geschmacklich wirklich super.

Frage: Wen erinnert das ganze noch an Viennetta aus den 1980ern?

Zutaten

  • 75 g Staubzucker
  • 2 Eiweiß
  • 113 g geriebene Haselnüsse
  • 1 Prise Salz
  • ev. Vanillezucker/-extrakt/ähnliches
  • 60 g Schokolade (dunkle, 65%)
  • ev. 1/4 Tl Instantkaffeepulver
  • 150-250 ml Schlagobers
  • 1 El Staubzucker
  • ev. 1 Tl Schoko- oder Haselnusslikör

reicht für:

4 Personen (2 Scheiben/Person)

Zubereitung

Backpapier auf Backblech legen und ganz leicht einfetten.
Backroh auf 150 Grad Umluft vorheizen.

Geriebene Haselnüsse und Staubzucker mit einer Prise Salz in einer Schüssel gut mischen.
Die beiden Eiweiß in einer großen Rührschüssel halbsteif schlagen, dann ev. Vanille dazugeben und weiter ganz steif schlagen.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich Vanille nur dann zugebe, wenn sonst keine Geschmackzutaten in einen Teig oder was auch immer kommen. Ich schmecke sie einfach - anders als Zitronenschale - nicht heraus.

Auf jeden Fall dann mit einer Spachtel in drei Portionen das Haselnuss-Zucker-Gemisch unter den Eischnee heben. Dabei durchaus vorsichtig vorgehen, damit der Schnee nicht zusammenfällt.

Dann den Teig gleichmäßig auf das Backblech streichen und dabei ein Rechteck gestalten. Später wird dieser Boden in vier Streifen geschnitten, vielleicht wollt ihr das beim Verteilen schon im Hinterkopf behalten.

In den Ofen damit und ungefähr 20 Minuten backen, bis der Maccaron-Boden schön gebräunt, aber nicht angebrannt ist. Er sollte sich auch nicht mehr feucht anfühlen. Dann rausholen und abkkühlen lassen (muss für die Weiterverarbeitung wirklich ausgekühlt sein).

Sobald das Ende der Auskühlzeit abzusehen ist (bei mir hat das insgesamt 15 Minuten gedauert, aber es war ein kühler Tag), kann man die Schokolade schon mal in kleine Stücke brechen, in eine Schüssel geben und über heißem Wasserdampf schmelzen (= auf Topf setzen, der voll mit eben noch kochendem Wasser ist, das die Schüssel aber nicht berührt).

Smitten Kitchen gibt hier heißes Wasser und Instantkaffeepulver dazu. Ich fand die Schoko auch ohne Wasser gut verstreichbar (und wollte nicht, dass sie zu lange zum auskühlen/trocknen braucht), aber wer Zeit hat und es lieber einfach hat: 1-2 El heißes Wasser machen die Schoko streichfähiger. Kaffee mag ich nicht, daher hab ich den weggelassen. Wer das aber mag: Nur rein damit (und dann wirklich das Wasser auch)!

Sobald der Boden ausgekühlt ist, nehme man ein Lineal und messe ihn ab. Dann die Breite von vier Streifen ausrechnen und ebendiese abschneiden. Nur geschätzt klappt das bei mir nie, wer sich da aber sicher fühlt, soll das ruhig so machen.

Die Schoko gleichmäßig auf alle vier Streifen verteilen und schön bis zum Rand verstreichen. Es werden nur ganz dünne Schichten, also gut einteilen.
Auskühlen/trocknen lassen.

Nun den Schlagobers schlagen und dabei einen Esslöffel Staubzucker mitmixen sowie am Schluss eventuell einen Schluck Schoko- oder Haselnusslikör. Ich habe Baileys verwendet und nicht bereut (und unsere Kinder vertragen 1/4 Tl Bailey schon recht gut...).

Nun den untersten Boden auf den Kuchenteller legen. Wer am Schluss ein besonders hübsches Ergebnis haben will, legt Streifen Papier (Backpapier, Butterbrotpapier) unter die Ränder, die später rausgezogen werden. Damit bleibt der Teller sauber.

Eine dünne Schicht Schlagobers auf den untersten Boden verstreichen (schön gleichmäßig) und den zweiten Boden aufsetzen. Mit allen Böden wiederholen und dann den restlichen Schlagobers rundherum verstreichen. Smitten Kitchen hat den guten Tipp, erst eine dünne Schicht aufzutragen, das ganze in den Tiefkühler zu stellen und dann nochmal eine dünne Schicht darüber zu setzen. Mein Tiefkühler ist weit davon entfernt, das zu erlauben.

Nun kann man das ganze noch verzieren (Schokoschaber, ...), für max. 12 Stunden kühlstellen oder gleich essen.
Ich votiere für letzteres.

Viel Spaß!

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